|
|
Angststörungen
Homöopathie für die Seele
Angststörungen
Am Anfang von Angststörungen steht häufig ein Schreck, ein körperliches oder psychisches Trauma oder eine Gefahrensituation. Auch, wenn die bedrohliche Situation vorbei ist, reagiert das Unterbewusstsein auf Reize, die mit dieser Situation auf irgendeine Weise etwas zu tun haben könnten.
Oft sind es diffuse, nicht greifbare Ängste, die sich zunächst auf anderer Ebene ein Ventil suchen. Immer wieder kommen Menschen mit Symptomen körperlicher Erkrankungen in die Praxen, deren Hintergrund ursprünglich Ängste sind.
Die tief greifende Angst, von den Menschen verlassen zu werden, von denen jemand abhängig ist, kann zum Beispiel zu einer übergroßen Sorge um die Familie führen. Die mögliche Folge: Schlafstörungen, Unruhe, Kontrollzwang, übermäßige Genauigkeit und vieles mehr.
Mit der Homöopathie haben wir die Möglichkeit, alle Ebenen des Menschseins zu erfassen. Also auch die Angst, die
- den Menschen aus dem Bett treiben,
- ihm die Luft zum Atmen nimmt,
- seine Beine erlahmen lässt,
- die Zunge am Gaumen festklebt,
- den Schweiß auf die Stirn treibt,
- die Hände zum Zittern bringt,
- verhindert dass er vor die Türe geht,
- ihn dazu treibt, sich zwanzigmal am Tag die Hände zu waschen,
- und so vieles mehr.
Eine homöopathische Behandlung wird in jedem Fall mit einer ausführlichen Anamnese eingeleitet. Die gestellten Fragen beziehen sich auf die objektiven und subjektiven körperlichen Veränderungen. Zusätzlich wird auch immer nach Einflüssen der Umgebung, Erlebnissen, Gefühlen, Ängsten und Träumen gefragt. Während die körperlichen Beschwerden unter Umständen durch mehrere verschiedene homöopathische Arzneimittel gebessert werden können, sind die Ängste und Gefühle des Menschen oft der entscheidende Hinweis auf das Mittel, das letztendlich sowohl die körperlichen als auch die geistig-seelischen Symptome heilen kann.
Die homöopathische Behandlung unterscheidet sich von der schulmedizinischen Behandlung dadurch, dass keine Unterdrückung durch chemische Substanzen stattfindet. Das homöopathische Heilmittel stellt also nicht ruhig, belastet nicht den Körper, ruft keine Schädigungen an Organen hervor.
Eine Arzneimittelprüfung (das heißt, die Entwicklung von Symptomen, welche für das Arzneimittel typisch sind), ist jedoch bei falschem Gebrauch möglich. Deshalb sollte die Therapie gut ausgebildeten Homöopathen vorbehalten sein.
Eine psychotherapeutische Behandlung kann bei tief greifenden und lebensbedrohlichen Zuständen zusätzlich notwendig sein.
Zurück zum Seitenanfang
Homöopathie für die Seele
Dieser Vortrag soll keine Anleitung zur Selbstbehandlung mit homöopathischen Arzneimitteln sein. Immer wieder kann ich nur betonen, dass auch homöopathische Mittel, wenn sie nicht richtig gewählt sind, Wirkungen zeigen können, die nicht gewollt sind.
Auch muss ich darauf hinweisen, dass die vorgestellten Arzneimittel nur Beispiele sind – es gibt viele weitere homöopathische Arzneimittel, die bei angespannten Seelenzuständen hilfreich sein können - , und dass die Symptome dieser Arzneimittel nicht vollständig sind.
Wann können Sie sich selbst behandeln?
Kurzzeitige Verstimmungszustände und Beschwerden, die nur leicht sind, können von Ihnen selbst bei der richtigen Auswahl des Mittels behandelt werden.
Für die Behandlung tiefgreifender und langandauernder Beschwerden sollten Sie jedoch die Hilfe eines Arztes oder Heilpraktikers in Anspruch nehmen.
Gehen Sie zum Arzt oder Heilpraktiker, wenn Sie das Gefühl haben, das Leben mache keinen Sinn mehr; wenn die Niedergeschlagenheit Sie beherrscht, wenn Sie vor Angst keinen klaren Gedanken fassen können und unter starken psychisch bedingten körperlichen Beschwerden leiden. Fühlen Sie sich ständig getrieben und kommen deshalb nicht zur Ruhe, empfiehlt es sich ebenfalls, einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen.
Homöopathische Unterdrückungen können Sie vermeiden, wenn Sie mit homöopathisch ausgebildeten Therapeuten zusammenarbeiten.
Nun aber zum Thema :
Homöopathie für die Seele
Unsere Seele ist immerzu Einflüssen aus der Umgebung
ausgesetzt. Oft genug sind diese Einflüsse leider stressbeladen
und belasten unser ganzes Leben nachhaltig.
Stressbedingte Erkrankungen
nehmen immer mehr zu. Auch in meiner Praxis habe ich immer häufiger
erfahren, dass sich die Folgen von Stress und Kummer durch erhöhte
Infektanfälligkeit, Allergien, Neurodermitis, Magen-Darm-Beschwerden,
Schlafstörungen, Bluthochdruck, bis hin zu allen Anzeichen
eines chronischen Überlastungssyndroms zeigen können.
Auch Autoimmunerkrankungen können nach einem Trauma oder Zeiten
mit vermehrtem Stress auftreten.
Was passiert bei Stress?
Stress ist im allgemeinen nichts Negatives. Eine Stressreaktion soll uns in die Lage versetzen, bei Gefahr unser Leben zu retten. Früher war so eine Gefahr z.B. das wilde Tier, heute ist es z.B. der Chef oder die Schwiegermutter. Früher wie heute sorgt ein Nerv, der „Sympathikus“ für eine Reihe von körperlichen Veränderungen, gegen die wir nichts tun können Das kann ganz schön anstrengend sein.
Die Stressreaktion läuft normalerweise in 3 Phasen ab:
Phase 1
Alarmbereitschaft! Der Körper setzt Substanzen frei, die Veränderungen bewirken.
Die Pupillen werden weit, die Haare stehen zu Berge, das Herz schlägt schneller und kräftiger, die Herzkranzgefäße weiten sich, die Bronchialäste der unteren Luftwege werden weit, die Muskulatur von Magen und Darm zieht sich zusammen, Verdauung und Drüsentätigkeit werden langsamer, der Blutzuckerspiegel steigt an.
Diese Veränderungen gehen schnell vor sich, damit wir schnell reagieren können.
Phase 2
Wir ergreifen die Flucht oder stellen uns der Herausforderung und kämpfen.
Phase 3
Ist der Stress vorbei, kommt die Entspannungsphase. Der Gegenspieler des Sympathikus, der „Parasympathikus“ bekommt die Oberhand. Der Blutdruck geht wieder runter, die Atmung wird langsamer, Verdauung und Drüsentätigkeit kommen wieder in Gang. Körper und Seele regenerieren.
Wenn wir nun nicht die Flucht ergreifen oder kämpfen können und wenn es nicht bei einem einzigen „Angriff“ bleibt, kommt die Entspannungsphase, die Phase 3, zu kurz. Der Sympathikus wird chronisch gereizt. Unser Körper ist ständig den Stressreaktionen ausgesetzt und leidet über kurz oder lang unter dieser dauerhaften Hochspannung.
Die Folgen können ganz unterschiedliche Beschwerden sein:
Atembeschwerden, Asthma, Schwindel, Muskelverspannungen, Bluthochdruck oder Arteriosklerose. Magenschmerzen, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Tinnitus, Infektanfälligkeit, Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Zyklus- und Menstruationsstörungen, Impotenz, Resignation, Depressionen.
Weitere Ursachen für körperliche und seelische Verstimmungen sowie Erschöpfungszustände sind z.B. Medikamente, Kaffee, Alkohol, zu wenig Flüssigkeit, zu wenig Bewegung, falsches Essen, Belastungen durch Umweltgifte
Gute Möglichkeiten der Unterstützung unserer Gesundheit bietet die Naturheilkunde mit ihren verschiedenen Therapieansätzen.
Heute befassen wir uns mit der sanften, homöopathischen Behandlung nach dem deutschen Arzt und Apotheker Samuel Hahnemann (1755 – 1843).
Was ist Homöopathie?
Die Homöopathie ist eine Therapieform, die den Menschen als Ganzes sieht. Die Gesamtheit der individuell bei diesem einen Menschen wirkenden Einflüsse wird für die Auswahl des Arzneimittels berücksichtigt. Im modernen medizinischen Verständnis wird die Homöopathie als eine spezifische „Reiz-Regulationstherapie“ bezeichnet. Das heißt: Mit dem Arzneimittel, dem spezifischen Reiz also, werden die körpereigenen Regulationsmechanismen, die Selbstheilungskräfte angeregt. Mit dem ausgewählten Homöopathikum gibt der Therapeut dem Körper so zu sagen einen kleinen Stubser in die richtige Richtung. Er verpasst dem Organismus einen Anstoß, genau die Kräfte zu mobilisieren, die er zur Überwindung der seelischen Probleme oder der körperlichen Beschwerden benötigt.
Samuel Hahnemann hat in langjährigen Versuchen an sich selbst, seiner Familie und an Freiwilligen aus seiner Studentenschar herausgefunden, dass Arzneien deutlich sanfter, wirksamer und dauerhafter heilen können, als die Ursubstanz, wenn sie auf eine bestimmte Weise (Potenzierung) zubereitet und nach dem Ähnlichkeitsprinzip verordnet werden. In jahrzehntelanger Praxistätigkeit hat er dieses Wissen ausgebaut und die Methode erfolgreich bei seinen Patienten angewandt. Seine Nachfolger, die klassischen Homöopathen, richten sich noch heute nach seinen Vorschriften.
Das für den Krankheitsfall richtige Arzneimittel kann in potenzierter Form solche Zustände heilen, die es bei Gesunden hervorrufen kann! Darauf beruht das Prinzip der homöopathischen Mittelgabe.
„Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll“.
Samuel Hahnemann 1796
Ein praktisches Beispiel ist die Aloe.
In der Pflanzenheilkunde gilt die Aloe als ein wirksames Abführmittel. Als homöopathisch aufbereitete Arznei wirkt sie gegen Durchfall, also gegen den Zustand, den sie normalerweise hervorruft.
Seit Samuel Hahnemann mit seinen Versuchen begann, also seit mehr als 200 Jahren, haben gesunde Menschen unendlich viele so genannte „Arzneimittelprüfungen“ durchgeführt. Sie haben die Wirkungsweise der homöopathischen Arzneimittel an sich selbst getestet, indem sie diese Arznei regelmäßig über einige Zeit eingenommen und die dann auftretenden Symptome genauestens dokumentiert haben.
Eine solche „Arzneimittelprüfung“ also die Einnahme eines homöopathischen Mittels über einen längeren Zeitraum, kann Wirkungen hervorrufen, die nicht beabsichtigt sind. Im Beipackzettel der Hersteller steht, dass Nebenwirkungen und Wechselwirkungen nicht bekannt sind, dennoch rate ich jedem Laien, die Arznei nicht länger als einige Tage zu nehmen. Auch sollte der Laie Hochpotenzen (ab C 30) nur nach Verordnung eines homöopathisch ausgebildeten Therapeuten einnehmen. Die im Handel erhältlichen Bücher zur Selbsthilfe weisen in der Regel darauf hin, wann eine Selbstmedikation möglich ist.
Zurück zum Seitenanfang
Was bedeutet „Potenzieren“?
Homöopathika werden aus Mineralien, Pflanzen und tierischen Substanzen hergestellt, die mit einer flüssigen oder festen Trägersubstanz (Alkohol, Wasser, Milchzucker) im Verhältnis 1:9 (D-Potenz) oder 1:99 (C-Potenz) verrieben und kräftig nach den Vorschriften Samuel Hahnemanns verschüttelt werden. Jeder Verarbeitungsschritt (1 Teil Arzneisubstanz auf 9 (99) Teile Trägersubstanz und daraus wieder 1 Teil Arzneisubstanz auf 9 (99) Teile Trägersubstanz, und so weiter, führt zu einer höheren Potenz und zu einer niedrigeren darin enthaltenen Menge der Ursubstanz. Gleichzeitig erhöht sich die Wirksamkeit der Arznei.
Samuel Hahnemann schreibt dazu: „Diese merkwürdige Veränderung in den Eigenschaften der Naturkörper durch mechanische Einwirkung ….entwickelt die latenten, vorher unmerklich wie schlafend in ihnen verborgen gewesenen dynamischen Kräfte“
Bis heute ist nicht klar bewiesen, wodurch tatsächlich die Veränderung in der Wirkung der Arzneien bewirkt wird. Tests und Studien, die für schulmedizinische Arzneimittel vorgeschrieben sind, um Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachzuweisen, können auf homöopathische Mittel nicht oder nur ansatzweise übertragen werden, da jedes homöopathische Mittel nur bei den Symptomen und Zuständen heilt, die es beim Gesunden hervorruft. Dies stellt nicht nur ein Problem für den Beweis der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit dar sondern macht die Auswahl des für den Patienten richtigen Mittels so schwierig. Der Beweis kann nur immer wieder durch die richtige Auswahl des Mittels für den individuellen Krankheitsfall und die durch dieses Mittel erfolgte Heilung in jedem Einzelfall erbracht werden.
Jeder Patient hat ganz individuelle Symptome bei seinem Krankheitsfall. So kann ein Kopfschmerz z.B. drückend, stechend, pulsierend, brennend, berstend, bohrend, usw. , sein. Er kann am Hinterkopf oder an der Stirn oder an den Seiten beginnen, sich langsam oder schnell ausbreiten und langsam oder plötzlich verschwinden. Er kann begleitet sein von Hitze- oder Kältegefühl, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit oder auch Heißhunger. Er kann eine Stunde oder einen Tag bleiben, immer zu einer bestimmten Stunde, alle paar Tage oder alle paar Wochen wiederkehren, durch Kummer, Angst, Schlafmangel, Stress, Schreck, Kälte oder Hitze, Lärm, Medikamente oder Lebensmittel ausgelöst werden. Er kann seit der Kindheit regelmäßig wiederkehren oder seit einem bestimmten Ereignis.
Die Kopfschmerzen der heute behandelten Mittel sind z.T. sehr unterschiedlich
Der Kopfschmerz von Natrium chloratum ist pochend, blindmachend. Es schmerzt, als würden tausend kleine Hämmer auf das Gehirn klopfen, besonders morgens beim Erwachen, bleibt dann bis Sonnenuntergang, wird begleitet von Übelkeit, Erbrechen, blassem Gesicht, überanstrengten Augen.
Der Kopfschmerz von Nux vomica ist im Hinterkopf oder über den Augen, das Gehirn scheint sich im Kreis zu drehen. Der Schmerz ist drückend "als würde ein Nagel hineingetrieben", der Schmerz strahlt von der Augenhöhle zum Hinterkopf aus. Bei Stirnkopfschmerz hat der Patient das Verlangen, den Kopf gegen etwas zu pressen. Die Kopfhaut ist empfindlich.
Der Kopfschmerz von Pulsatilla sticht, beginnt oft in der rechten Schläfenregion, wandert, erstreckt sich zu Gesicht und Zähnen, hat Druck auf den Scheitel, heißen Tränenfluss auf der betroffenen Seite, wird im Freien besser.
Nun ist ein bestimmter Kopfschmerz aber in der Regel nur 1 Problem des Patienten. Möglicherweise hat er auch Rückenschmerzen, Magenprobleme, Hühneraugen, Menstruationsbeschwerden, eine trockene Haut, Kopfschuppen, Ärger mit dem Chef, fühlt sich überlastet mit Haushalt und Kindern, unverstanden, isoliert usw.
Für die Auswahl des richtigen Mittels ist es wichtig, den Patienten als Ganzes mit seinen vielfältigen Symptomen, Eigenheiten, Vorlieben, Abneigungen Ängsten und Freuden erfassen und hierzu die richtige homöopathische Arznei auszuwählen.
Je mehr Symptome ganz genau den bei den Prüfungen festgestellten Symptomen eines Arzneimittels entsprechen, umso wahrscheinlicher ist die Heilung.
So kompliziert ist die Entscheidung zwischen Aspirin und Paracetamol nicht!!
Zurück zum Seitenanfang
Einsatz homöopathischer Mittel bei seelischen Verstimmungen
Wie der Schlüssel zum Schloss, so passt im Idealfall das homöopathische Mittel nicht nur zum augenblicklichen Beschwerdebild eines Menschen, sondern zu allem, was diesen Menschen ausmacht. Es spiegelt seine körperlichen, geistigen und seelischen Eigenschaften ebenso wieder wie die Charaktermerkmale und das äußere Erscheinungsbild. Aber ein Mensch kann und muss nicht alle Symptome haben, die ein bestimmtes Arzneimittel hat. Manche Mittel haben viele hunderte von Symptomen und oft auch solche, die sich widersprechen und solche, die bei anderen Arzneimitteln ebenfalls vorhanden sind. Das ein oder andere Symptom, dass der Mensch hat, ist vielleicht im Mittelbild des für ihn im Augenblick richtigen Mittels nicht vorhanden oder wird in der Literatur nicht angeführt. Wenn die Gesamtheit der Symptome (körperliche und seelisch-geistige) jedoch deutlich auf dieses Mittel hinweist, kann es im Augenblick das richtige sein.
Um Ihnen nun eine Idee zu geben, wonach geschaut werden sollte, stelle ich Leitsymptome von drei der vielen homöopathischen Arzneimittel vor, die auch im seelischen Bereich positive Veränderungen herbeiführen können. Die drei vorgestellten Arzneimittel sind sehr unterschiedlich in ihrer Gesamtheit, haben aber auch ähnliche und sogar gleiche Symptome. Häufig findet man sich ein wenig in diesem, ein wenig in jenem und ein wenig in einigen weiteren Mitteln wieder. Deshalb habe ich nicht so sehr die vielen Symptome der drei hier vorgestellten honöopathischen Arzneimittel aufgezählt, sondern versucht, den Charakter, das Thema des Mittels deutlich zu machen.
Natrium chloratum (muriaticum), Ausgangsstoff ist Salz, das in physiologischen Dosen ein notwendiger Bestandteil des menschlichen Körpers ist. Ein Zuviel oder Zuwenig verändert die Stoffwechselvorgänge im Körper auf gravierende Weise und wird auch für Veränderungen im Bereich der Psyche verantwortlich gemacht.
Ein Mensch, der sich in einem Natrium-chloratum-Zustand befindet, hat tief sitzenden und seit langer Zeit schon andauernden Kummer. Er ist nachtragend, kann nicht vergessen, mag keinen Trost, meidet den Kontakt zu anderen Menschen, hat eine Mauer um sich gebaut, ist sozusagen „zur Salzsäule erstarrt“.
Nux vomica, Ausgangsstoff ist der Samen der Brechnuss, der Strychnin enthält, ein Gift, das u.a. in Rattenködern verwandt wird und eine lange Geschichte unter den Rauschmitteln hat.
Ein Mensch im Nux-vomica-Zustand ist gehetzt und überreizt. Seine Lebensweise ist ungesund, meist hat er eine vorwiegend sitzende Tätigkeit. Chronische Überforderung geht mit Niedergeschlagenheit und Angst einher. Er schläft zu wenig und hat eine deutliche Neigung zum Konsum von Genussmitteln wie Kaffee, Alkohol und Nikotin. Er würde es nicht einmal merken, wenn er Trost braucht.
Pulsatilla, Ausgangsstoff ist die Küchenschelle, eine zarte, kleine Pflanze mit wunderschönen glockenartigen violetten Blüten, anspruchslos und biegsam im Wind.
Die Stimmung eines Menschen im Pulsatilla-Zustand ist, himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“. Wechselhaft und schwankend. Der Mensch weint leicht, ist verzagt und schnell erschöpft, mürrisch und frostig. Er braucht viel Nestwärme und seine Beschwerden bessern sich deutlich durch Trost und Zuwendung.
Zurück zum Seitenanfang
Natrium Chloratum
Der Mensch im Natrium chloratum-Zustand mag sich nicht von vergangenem Kummer und Enttäuschungen lösen, nicht vergessen. Er ist nachtragend, verschlossen, abweisend und depressiv. Der sehr sensible und in sich gekehrte Mensch ist mitfühlend und hilfsbereit, er tröstet andere aber sich selbst lässt er nicht helfen. Er sucht nicht den Zuspruch von außen sondern den Rückzug nach innen. Dabei ist er schnell verletzt und gekränkt. Wenn er weint, dann im Stillen. Trost verschlimmert seine Beschwerden. Er erträgt keinen Widerspruch.
Vormittags ist Natrium chloratum schläfrig, nachts oft schlaflos vor Kummer. Während des Schlafes ruckt sie nervös, träumt von Räubern.
Einige Zeichen eines Natrium chloratum-Zustands sind:
Haß auf Menschen, die ihn beleidigt haben, psychische Reizbarkeit, allgemeine geistige und körperliche Erschöpfung, Gedächtnisschwäche, depressive Verstimmungen, Grübeln über vergangenes, Trauer, Niedergeschlagenheit, Kontaktschwierigkeiten, Kränkung, Kummer, Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, Weinkrämpfe und grundloses Weinen, schreckliche Träume, Arbeitsunlust, Angst vor, während und nach der Menstruation, bei Gewitter, vor einer Verabredung, vor Krankheit, einem Unfall, vor Männern, Abneigung gegen Frauen. Traurigkeit abwechselnd mit Fröhlichkeit.
Im körperlichen Bereich finden wir oft Abmagerung trotz eines guten Appetites. (Der obere Bereich des Körpers ist dabei mehr betroffen als der untere). Lippenbläschen im Zusammenhang mit seelisch belastenden Ereignissen, verstärkt durch Sonnenbestrahlung, nervös bedingte Störungen von Herztätigkeit und Blutzirkulation, Dysfunktion der Ovarien, der Leber und der Milz. Als Zeichen von Verdauungsstörungen ist die Zunge gefleckt. Haut und Schleimhäute sind trocken, das Gesicht kann aber fettig glänzen. Natrium chloratum schwitzt bei der geringsten Anstrengung.
Typische Auslöser für Beschwerden sind Kummer, Demütigung und Ärger, Stress und Überlastung. Der Kummer kann von einer unerwiderten Liebe (z.B. zu einem verheirateten Menschen) oder vom Weggang oder Tod eines Partners herrühren. Ärger und das Gefühl der Demütigung kann durch den Verlust des Arbeitsplatzes, durch Bloßstellen in der Schule oder mangelnde Anerkennung einer Leistung sowie durch andere psychische Belastungen entstehen. Diese Gefühle bleiben über einen sehr langen Zeitraum unverändert.
Die Beschwerden werden nachmittags und abends meist besser. Ebenso im Liegen, durch Fasten und Schwitzen. Am Meer geht es den Betroffenen entweder deutlich besser oder deutlich schlechter.
Schlimmer werden die Beschwerden durch bestimmte Speisen, Musik, Druck, Vollmond, in der Sonne, durch Anstrengung, Schreiben, Lesen, Sprechen, Mitleid
Zurück zum Seitenanfang
Nux vomica (Nicht nur ein Mittel für Männer)
Nux vomica hat seine Beschwerden häufig durch seine Lebensweise selbst verursacht. Nicht bewusst natürlich. Er kann gar nicht anders, weil es eben seine Art ist.
Im Nux vomica-Zustand ist der Mensch streitbar, jähzornig mit cholerischem und hypochondrischem Temperament. Ist er betrunken, kann er sogar gewalttätig und sehr eifersüchtig werden. Alle Eindrücke treffen ihn zu stark, seine Reizschwelle ist gering, schon die Fliege an der Wand kann ihn stören. Die Familienangehörigen sind froh, wenn „ihr“ Nux vomica wieder zur Arbeit gehen kann. Er ist nervös, überarbeitet und gehetzt. Der typische „Workaholic“. Er ernährt sich ungesund, braucht Kaffee, Tee und Alkohol, Tabak oder Medikamente als Aufputsch- oder Beruhigungsmittel und nimmt diese zu sich, obwohl die Beschwerden sich dadurch noch verschlimmern.
Am frühen Abend ist Nux vomica schläfrig (wie auch nach dem Essen), wird häufig nachts um 3 Uhr wach, fühlt sich dann elend und kann bis zum frühen morgen nicht mehr einschlafen. Hat Träume voller Geschäftigkeit und Eile.
Typische Zeichen eines Nux vomica-Zustandes sind:
Ärger an allen Fronten, eifriges feuriges Temperament, Bösartigkeit, chronische Nervosität und Gereiztheit, chronische Überforderung die mit Angst und Niedergeschlagenheit einhergeht, psychische und körperliche Überempfindlichkeit, hypochondrische Zustände, Lebensüberdruss (zum Selbstmord fehlt ihm aber der Mut)
Der typische Nux vomica-Patient hat einen Mangel an Lebenswärme,( er leidet an innerer Kälte, jeder Luftzug bringt ihn zum frösteln), stressbedingte Kopfschmerzen mit Übelkeit und Brechreiz, Schlafstörungen, portale Kongestion, Leberstörungen, Magen-Darm-Probleme, Hämorrhoiden, Verstopfung mit anhaltendem Stuhldrang.
Ein typischer Leitspruch von Nux vomica ist „Will aber kann nicht“. Er möchte erbrechen, kann aber nicht, muss urinieren, aber es kommt nichts (was bei ihm nicht unbedingt etwas mit der Prostata zu tun hat), hat Stuhldrang, kann aber den Stuhl nicht herausbringen. Sobald er es kann, geht es ihm besser.
Typische Auslöser für die Beschwerden sind:
Stress, ständige geistige Überanstrengung, sitzende Lebensweise, Missbrauch von Genussmitteln oder Drogen, Völlerei.
Besser werden die Beschwerden abends, nach kurzem Schlaf, durch Wärme, bei feuchtem Wetter, an der frischen Luft.
Schlimmer sind sie morgens, nach dem Essen, durch Reizmittel, Kälte, kalten und trockenen Wind, im warmen Zimmer, Sinnesreizungen, geistige Anstrengungen.
Zurück zum Seitenanfang
Pulsatilla (nicht nur ein Mittel für Frauen)
Pulsatilla entspricht einem außerordentlich weiblichen Typ. Der Mensch ist gefühlsbetont, hat sehr viel Mitgefühl, ist anschmiegsam, angepasst, unentschlossen, kann schlecht allein sein. Oft erscheint er langsam und phlegmatisch. Üblicherweise ist er still und zurückhaltend. Von ihrem Aussehen her ist er oft weich und anschmiegsam, hat blonde Haare und blaue Augen.
Pulsatilla ist der „Wetterhahn“ unter den Arzneimitteln. Die Symptome kommen und gehen, sind wechselhaft, wandern, widersprechen sich, ganz egal, ob es sich um körperliche oder seelische Zustände handelt. Wie die Blüte im Wind, passt Pulsatilla sich den Wünschen „ihrer“ Menschen an. Das geschieht vor allem aus der Angst heraus, verlassen zu werden. Sehr früh im Leben gab es möglicherweise eine Situation, in der ein ganz tiefes Gefühl der Verlassenheit eintreten konnte, und das soll sich nicht wiederholen. Nicht immer ist der Mensch sich dessen bewusst, aber diese tiefe Angst ist der Grund, weshalb er jedem immer alles Recht machen will.
Allerdings weiß Pulsatilla auch ihre Mitmenschen zu manipulieren. Dazu setzt sie ihre Weichheit und Weinerlichkeit gezielt ein, um ihren Willen durchzusetzen.
Nachmittags verspürt Pulsatilla eine unwiderstehliche Schläfrigkeit. Abends ist sie hellwach, ist ruhelos im ersten Schlaf.
Typische Symptome sind:
Sehr weinerliche Stimmung mit auffälliger Besserung durch Trost, Angst, verlassen zu werden, Angst vor der Zukunft, Panikattacken, depressive Verstimmungen, starke Stimmungsschwankungen, Launen wechseln wie das Wetter.
Menschen, die Pulsatilla benötigen, sind sehr empfänglich für liebevolle Hilfe, ein sanftes Wort oder eine Umarmung. Oft fordern sie dies durch ihr Verhalten direkt heraus, und wenn jemand darauf eingeht, fühlen sie sich gleich besser.
Die körperlichen Symptome sind vor allem im Bereich der Schleimhäute, des Urogenitaltraktes und der Verdauungsorgane zu finden. Es finden sich reichliche milde gelblich-grüne Absonderungen, Durstlosigkeit, Völlegefühl, Fettunverträglichkeit, Verdauungsbeschwerden. Eine gestörte Blutumverteilung zeigt sich in der Völle des Gefäßsystems mit Venenbeschwerden, Schwellung der Beine und Schweregefühl.
Absonderungen sind mild, dick, gelblich-grünlich
Pulsatilla friert leicht, kann aber gleichzeitig Wärme nicht gut haben. Im geschlossenen Zimmer fühlt sie sich gar nicht wohl. Am liebsten hat sie ein weit geöffnetes Fenster bei gleichzeitig voll aufgedrehter Heizung.
Typische Auslöser sind:
Unterdrückte Absonderungen/Hautausschläge, entzündungsmindernde Arzneimittel und Eisenpräparate, Pubertät, Menarche, Menses, Schwangerschaft, Menopause
Die Beschwerden verschlechtern sich kurz vor einem Gewitter, abends, vor Mitternacht sowie am Morgen, nach Ruhe, vor und während der Menstruation, im warmen Zimmer
Die Beschwerden bessern sich durch Aufenthalt im Freien, Bewegung, kalte Anwendungen, Trost und Zuspruch
Abschließend noch ein Wort zum Umgang mit uns selbst:
Weil das seelische Wohlbefinden so eng mit dem des Körpers zusammenhängt, weil seelische Verstimmungen in der Regel eine Vielzahl von Auslösern oder zumindest mitbestimmende Faktoren haben, sollten Sie auf allen Ebenen möglichst gut für sich sorgen.
Schauen Sie einmal genau hin. Gibt es Möglichkeiten, in Ihrem täglichen Leben Dinge zu ändern, damit es Ihnen besser geht? Manchmal sind es Kleinigkeiten, die zu großen Wirkungen führen.
Zurück zum Seitenanfang
Literaturhinweis
Samuel Hahnemann:
Reine Arzneimittellehre
Die chronischen Krankheiten
Gesammelte kleine Schriften
Franz Vermeulen:
Konkordanz
William Boericke:
Handbuch der homöopathischen Materia medica
W. Gawlik
Arzneimittelbild und Persönlichkeitsportrait
Eugene Nash:
Leitsymptome in der Homöopathischen Therapie
C.R. Coulter:
Portraits homöopathischer Arzneimittel
|