Homöopathie

Was istHomöopathie
Arzneiherstellung
Wirkungsweise
Einnahmehäufigkeit
Behandlungsdauer
Zu beachten
Schulmedizin
Sympt. Auswahl

   
 

Auswahl einer homöopathischen Arznei

Beispiel:

Klinische Diagnose Gelenkrheuma
Rheumatische Erkrankungen können sich an allen Teilen des Körpers zeigen. Sie gehen mit mehr oder weniger starken Schmerzen einher. Es können Entzündungszeichen wie Rötung und Schwellung vorhanden sein. An den Gelenken führt die Erkrankung im Laufe der Zeit oft zu Verdickungen und Verformungen.

Für den homöopathisch arbeitenden Therapeuten reichen diese Angaben allein nicht, um ein passendes Arzneimittel herauszusuchen. Homöopathen fragen ganz genau nach, wie denn die Schmerzen sind.
Wann sind sie schlimmer und wann besser? Wie ist die Beweglichkeit zum Beispiel am Morgen, am Nachmittag oder Abend? Ist Kälte angenehmer oder Wärme, tut das Gelenk nach längerer Pause bei erneuter Bewegung besonders weh? Tut es manchmal überhaupt nicht weh? Gibt es einen Unterschied, ob Sie am Meer oder in den Bergen, auf der Arbeit oder im Urlaub sind?. Welchen Einfluss hat das Wetter? Macht ein Gewitter alles schlimmer? Wie fing überhaupt alles an? Kommen die Schmerzen plötzlich oder werden sie langsam stärker? Vergehen sie plötzlich, sind sie in der Nacht schlimmer, wandern sie von einem Gelenk zum anderen? Ist der Schmerz drückend oder stechend, schneidend, pochend, ziehend, grabend? Strahlt der Schmerz irgendwohin aus? Gibt es andere Beschwerden, die immer gleichzeitig mit den Gelenkschmerzen auftreten?

Die zusammengefasste Antwort könnte zum Beispiel sein: "Das fing ein paar Monate nach einer starken Blasenentzündung an. Die wurde mit Antibiotika behandelt. Besonders schlimm ist es morgens. Da kann ich erst mal kaum in die Gänge kommen. Jede Bewegung tut dann weh. Das ist, als wenn jemand mit einem Messer in den Gelenken herumkratzt.Gleichzeitig fühle ich mich ganz schwach. Das dauert immer so eine Stunde und dann wird es langsam besser. Ich habe schon abends, wenn ich ins Bett gehe, Angst vor dem nächsten Morgen, weil ich weiß, dass es dann wieder losgeht. Meine Mutter hatte auch früh Rheuma."

Alleine die Symptome um die Gelenke reichen nicht, um das Mittel zu finden, dass nach einer Besserung eine spätere erneute Verschlimmerung verhindern kann. Der Homöopath stellt auch Fragen, die zunächst einmal nicht im Zusammenhang mit der Erkrankung zu stehen scheinen.
Vom Kopf bis zu den Füßen will er (sie) alle noch so kleinen "Unpässlichkeiten" wissen. Gab es Infektionskrankheiten, welche, wann, wie wurden sie behandelt? Sind Beschwerden zurückgeblieben? Haben Sie Probleme mit dem Wasserlassen? Juckt die Haut? Hatten Sie schon mal Warzen?
Fragen nach den Erkrankungen von Verwandten zeigen dem Homöopathen an, welche erblichen Belastungen bei der Mittelwahl berücksichtigt werden müssen. Gibt es in der Verwandtschaft zum Beispiel Diabetes oder Krebs, kann ein anderes Arzneimittel notwendig sein als ohne diese ererbte Belastung.

Um die Erkrankung zu individualisieren, wird der ganze Mensch betrachtet. Wie fühlen Sie sich allgemein und auch in Bezug auf Ihre Beschwerden? Wie reagieren Sie auf Kritik oder Trost? Sind Sie vor ungewohnten Ereignissen immer sehr aufgeregt? Hatten Sie kummervolle Erlebnisse, wie fühlen Sie im Bezug dazu? Fragen dieser Art können letztlich aus den für Rheuma nützlichen Mitteln "Ihr" homöopathisches Arzneimittel isolieren. Und wenn die richtige Arznei dann gefunden wurde, vergehen möglicherweise nicht nur die Gelenkbeschwerden; auch die Migräne, die schon seit Jahren jeder Therapie wiederstanden hat, die Prostatabeschwerden, das Jucken auf der Haut, oder andere Beschwerden werden durch das richtige Mittel günstig beeinflusst.